Jede Ausgabe wird live vom Berliner Künstler DXTR The Weird oder von ihm kuratierten Künstler-Freunden auf Leinwand festgehalten – Kunst in Echtzeit, ein visuelles Portrait des Moments.

Bee Low

Bee Low

Host und Moderator, Master of Ceremony

1985: Erste Berührung mit Graffiti

1985 entdeckte ich durch die Fernsehdokumentation U-Bahn Bilder & Verrückte Beine die Welt des Graffiti. 1986 wagte ich mich an meine ersten Spraydosenversuche, und ein Jahr später setzte ich meine ersten großflächigen Graffiti-Tags auf die Berliner Mauer an der Wollankstraße im Bezirk Wedding.

Musikalische Prägung

Musik war in meiner Familie allgegenwärtig. Mein Onkel Manfred Bülow, der ein kleines Tonstudio in Berlin-Tegel betrieb, zeigte mir früh die Grundlagen der Musikproduktion. Inspiriert von diesen Erfahrungen richtete ich mir in meinem Kinderzimmer ein Homestudio ein und begann, das Beatboxen zu erlernen und erste Scratch-Techniken auszuprobieren.

1989: Der Mauerfall als Wendepunkt

Der Fall der Berliner Mauer im November 1989 war ein Wendepunkt. Ich fuhr regelmässig mit meinen Freunden mit der S-Bahn nach Ost-Berlin und fing an, meinen Namen an die Türen der S-Bahnzüge zu taggen. 1990 betrat ich dann die Medienwelt und produzierte die Radiosendung Hip Hop Corner im Offenen Kanal Berlin.

1993: Gründung der T2B Crew

1993 tat ich mich mit meinen Graffiti Freunden zusammen und wir fusionierten als T2B Crew. Unser erster Meilenstein als professionelles Writer Team war der Gewinn des ersten Platzes bei der Graffiti Meisterschaft 1995, die im legendären YAAM stattfand.

Internationale Karriere & Motto

In den darauffolgenden Jahren durfte ich Beatboxing Events in über 28 Ländern kuratieren und auf großen Bühnen in Europa, Asien, Afrika und dem Nahen Osten auftreten. Dabei wurde mein Motto Maximum Respect zu meinem Markenzeichen. Heute blicke ich mit Stolz auf meinen Weg zurück.

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Telle

Telle

Berliner Urgestein der ersten Generation

Telle spiegelt seine erste Begegnung mit Hip-Hop und den Moment wider, der ihn dazu inspirierte, ein B-Boy zu werden. ✨ Am 14. Juni 1983 wurde in der 11. Folge von Formel 1 der Track „Pac Jam“ der Jonzun Crew vorgestellt, zu dem Breakdance-Captain Hollywood Electrobogie tanzte. Der Song wurde die Titelmusik der Show, weckte riesiges Interesse und schaffte es sogar für 12 Wochen in die deutschen Charts, mit einer Höchstplatzierung auf Rang 19.

Issa Franke

ISSA FRANKE

Autor von „Hip-Hop – die vergessene Generation Westberlins“, Producer & Engineer

Issa Franke hat an der Humboldt-Universität zu Berlin am Institut für Musik- und Medienwissenschaften über die Entstehung der Hip-Hop-Kultur in Westberlin (1980er Jahre) recherchiert.
Seit 2020 ist er selbstständig im Bereich Musik als Producer und Mixing Engineer sowie im Bereich Tanz als Lehrer für Jugendliche. Bei dem Berlin BeatLab leitet er Workshops an Schulen, in sozialen Einrichtungen und Flüchtlingsunterkünften zum Thema Musikproduktion, Breakdance und Hip-Hop-Geschichte.

www.issamuzik.com

Hip-Hop – die vergessene Generation Westberlins
Die Entstehung einer Kultur in den 1980er Jahren zwischen Rezeption und Praxis

Das Buch hat die Entstehung der Hip-Hop-Kultur der 1980er Jahre in Westberlin zum Gegenstand. Im Zentrum steht eine Generation Jugendlicher und junger Erwachsener, die in der Auseinandersetzung mit einer aus New York kommenden und vorrangig über die Medien vermittelten Kultur zu einer eigenen Berliner Hip-Hop-Szene avancierte.
Die Veröffentlichung ist eine explorative Studie und Materialarbeit, die bislang in der Forschung unbekannte bzw. unveröffentlichte Zeugnisse und Dokumente der Kultur und der Akteur:innen beinhaltet. Hierfür sind Interviews und Gespräche mit über 20 Akteur:innen geführt worden, die zwischen 1940 und 1970 geboren sind.
Der Autor verfolgt das Ziel, den Westberliner Akteur:innen eine Stimme in der gesamtdeutschen Hip-Hop-Geschichte zu geben, denn bis dato findet die Historie Westberlins wenig bis gar keinen Eingang in etablierte Narrative. Es wird veranschaulicht, dass die Historiographie des Hip-Hops in Deutschland nicht erst in den 1990er Jahren mit Advanced Chemistry, den Fantastischen Vier oder LSD beginnt, sondern auch die Westberliner Hip-Hop-Kultur der 1980er Jahre in Betracht gezogen werden muss.

BUCH: Hip-Hop – die vergessene Generation Westberlins

Behzad Kahni

BEHZAD KAHNI

Autor und Chronist urbaner Gegenwart

Er schreibt die Geschichten der Stadt auf, bevor sie verschwinden – zwischen Literatur, Lyrik und Reportage.

Eva Ries

EVA RIES

Autorin von „Wu-Tang Forever“

Eva Ries erzählt aus erster Hand von Hip-Hop-Geschichte, Management, Mythen und Momenten, die Kultur weltweit geprägt haben.

Torch / DJ Haitian Star

TORCH

Rap-Pionier und Autor von „Blauer Samt“

Frederik Hahn aka Torch gehört zu der ersten HipHop-Generation Europas und ist eine der zentralen Persönlichkeiten in der Geschichte des deutschen HipHop. Mit seiner Band Advanced Chemistry tourte er bereits Ende der 1980er Jahre durch den ganzen deutschsprachigen Raum, veröffentlichte u.a. Songs wie "Fremd im eigenen Land" (1992) oder "Artikel Operation 3" (1994) und begründete damit das Genre des Deutschen Conscious Rap. Mit seiner Verschmelzung von Rap, Philosophie und Literatur inspiriert er bis heute Generationen von HipHop-Künstler*innen - von Jan Delay über Max Herre bis Materia, die sich auf ihn beziehen, zuletzt etwa in Form des Albums "Advanced Chemistry" (2016) von Jan Delays und Denyos Rap-Band Beginner, mit denen Torch gemeinsam auf Tour ging. Sein Solo-Album "Blauer Samt" (2000) gilt als eines der wichtigsten Alben des deutschen HipHop. Die Bedeutung zeigt sich u.a. bei der Titelwahl von Alben, die sich daran orientieren, wie z.B. "Grüner Samt" (2012) von Marsimoto, "Lila Samt" (2014) von Sookee oder "Normaler Samt" (2015) von Audio88 und Yassin. Im Bereich der HipHop-Forschung brachte er als Experte für eine Vielzahl von Publikationen sein historisches Fachwissen ein und publiziert seit ein paar Jahren auch selber. In seinem Buch, Blauer Samt - Eine Monografie" (2021), beleuchtet er u.a. die Genese und Ästhetik seines Meisterwerks. Zudem gründete er 2019 das HipHop-Archiv in Heidelberg, kuratierte das HipHop-Symposium an der Popakademie Mannheim (2018) und ist seit 2021 Advisory Board Member des Global Hip Hop Studies Journal und des Universal Hip Hop Museum New York.
In dieser "Lesung mit Songs" liest Torch Ausschnitte aus seiner Monografie und gibt dabei einen Einblick in seine Sicht auf die Geschichte, Philosophie, Wissenschaft und Bildungsaspekte von HipHop.

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